Dienstag, 30. September 2014

Familienzuwachs á la Turtle (L.)

Sieben Leute in einem Haushalt und nun endlich das erste „Pet“! Eine hammermäßige Wasserschildkröte. Aber von Anfang an.
Sonntagmorgen 8:00h. Ich, noch relativ fertig vom vortägigen Brightontrip, lümmelte noch in meinem Bett herum, als es an meiner Tür klopfte (sind wir ehrlich: es bummte und das nicht nur einmal). Luise total verpennt und natürlich im Schlafanzug, öffnete die Tür und findet die beiden kleinen Twins kichernd auf dem Boden vor... ob ich denn kurz Zeit hätte, fragten sie total überdreht. Die Frage erübrigte sich, da mich beide schon am rechten und linken Arm gepackt hatten. Also gut, ein Stockwerk nach unten in das Zimmer der beiden und hoffen, dass dich nicht die ganze Familie in dem Aufzug sieht, dachte ich mir. Wie es nicht anders sein durfte, kam mir selbstverständlich die ganze Family über den Weg gelaufen mit einem „Morning, did you sleep well?“. Soweit so gut.
Dann im Zimmer der beiden, die neue Eroberung... der ultimative fish tank für die neue water turtle. Wow! Dafür der ganze morgige Aufwand. Ich hatte mit etwas coolerem gerechnet, aber bloß nichts anmerken lassen! Natürlich musste ich noch meine Meinung für den passenden Namen des Neuzuwachses abgeben (ehrlich gesagt, keine Ahnung welche zwei Namen ich dann aus den ca. 40 zur Auswahl stehenden wählte). So, soweit zum morgigen Erlebnis. Am Abend, als ich nachhause kam, war das erste was ich daheim vernahm nach meinem obligatorischen Ruf „Hey guys!“ durchs Haus, ein „OHHHH MY GOSH! LUUU!“. Teil Zwei der Vorführung begann... Sandy, unser neues Familienmitglied war im Laufe des Tages eingezogen und wurde mir selbstverständlich gleichmal eine halbe Stunde lang vorgeführt... echt spannend so einer Schildkröte beim Schwimmen und Luft holen zu zusehen. Aber auch hier war die bessere Lösung, alles klaglos hinzunehmen und die üblichen Wow-Laute und „Amazing!“ - Kommentare rauszuhauen.
Wie oben erwähnt wurde die Superturtle auf den Namen Sandy getauft; dumm ist allerdings nur, dass sich die beiden Kleinen nicht einigen können, ob Sandy jetzt ein Junge oder ein Mädchen ist. Damit ist der nächste große Streit in den nächsten Wochen vorprogrammiert, was wiederrum eine große Freude meinerseits hervorruft, da ich mir eine Lösung aus den Fingern saugen darf, wie man dieses Problem nun lösen darf.
Sehr witzig zu beobachten ist allerdings das Phänomen, wie die Kids versuchen den Musikgeschmack von Sandy zu ermitteln. Tanzt es (wegen Mangel des Geschlechtes, bediene ich mich am Neutrum), was so viel heißt, dass Sandy rumschwimmt, mag es das Lied. Bisher scheint die kleine Turtle allerdings nicht auf die Favos meiner Kids zu stehen (Little Mix, Ellie Goulding, Pharell Williams und so weiter), sondern zum großen Entsetzen aller (inklusive mir!) auf OneDirection... Jetzt hoffen alle, dass es nicht auch noch ein Belieber ist.
Unsere Mission seit gestern Abend lautet also, eine/n „Gouldinger“ aus ihr/m zu machen! Ich für meinen Teil allerdings hoffe, dass diese Mission die beiden von der dauerhaften Diskussion, des Geschlechtes ablenkt. Cheers!

Meow, Luise

Dienstag, 16. September 2014

Introduction Day war Plötzinn

Nach Angaben von Smartaupairs machten sich vorgestern 130 Au Pairs auf den Weg zum International Student House in London, um am großartig angepriesenen und heiß erwarteten Introduction Day teilzunehmen.
Mit  dreiviertelstündiger Verspätung (dauert, bis alle Weiber ihre Namenssticker haben) ging es dann los. Es folgte eine wahnsinnig spannende Präsentation vom Smartaupairsteam in der unter anderem Themen zur richtigen Kindererziehung und Heimweh ("...hat ja auch wirklich jeeeeeder schon von euch durchgemacht...") abgehandelt wurden. Neu war dabei allerdings nix, da das alles schon in den Heften stand, die man zum Einzug bei seiner neuen Familie zugeschickt bekommen hatte. Nach gefühlten Ewigkeiten und etlichen Zugrinsern zu den Nachbarinnen fand dann zumindest diese Vorstellung ihr Ende. Aber Pustekuchen, das war erst der Anfang... es folgte eine Nanny, die einen auch zur Nanny ausbilden kann (was genau sie tut, können wir irgendwie aus unerfindlichen Gründen nicht wiedergegeben). Hängen geblieben ist: Kinder nicht allein in der Wanne lassen, von verschluckbaren Kleinteilen fernhalten und nie gleichzeitig ein Kind und ein heißes Getränk halten. Also wieder nichts Neues, da dies logische Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Kindern sind.
Es folgte der einzige interessante Beitrag. Ein Mann, der von Reisen in Großbritannien erzählte. Allerdings erhielt er schon aufgrund seines Geschlechts, seines Alters (okay und auch seines Aussehens) mehr Aufmerksamkeit als der Rest der Speaker. Das Phänomen lässt sich wie folgt beschreiben: Typ geht auf die Bühne, alle richten sich von ihrer eher gelangweilten Körperhaltung zu einer aufrechten und aufmerksamen auf und widmen ihm ihre volle Konzentration. Äußerst amüsant und gut zu beobachten aus der letzten Reihe.
Anschließend betrat ein kleiner Mann die Bühne. Alle nahmen wieder ihre gelangweilte Haltung ein und zückten auch schon langsam das Handy. Den Beitrag über eine Sprachschule in Richmond (London) fand kaum jemand interessant, da man entweder schon eine Spachschule gefunden hatte, oder einfach nicht in London wohnt. War also auch nicht so der Burner.
Irgendwann war dann auch dieser spannende Beitrag zu Ende und man konnte endlich zu den herbeigesehnten "refreshments" rennen. Refreshments aka Tee, Kaffee und Kekse. Wow. Das hatte wohl keiner erwartet. Für 15 Pfund (fast 20 Euro!), die unter anderem "Essen und Trinken" beinhalten sollten hatte, man sich doch irgendwie was anderes vorgestellt.
Nach der Pause, ging es mit Kennenlernspielen weiter. Diese wurden mehr oder auch eher weniger ernst genommen und durchgeführt.
Es folgte ein "Wer zeichnet das beste Nashorn?"- Wettbewerb. Ebenfalls ein Programmpunkt, der nicht unbedingt der anwesenden Altersklasse entsprach (Sorry Smartaupairs; Joke verfehlt). Auch besonders toll, wenn bei der Preisverleihung die Kunstwerke (ca. 10 cm groß) hochgehalten werden und man in der letzten Reihe selbstverständlich auch alles sehen kann.
Endlich: Der herbeigesehnte Moment des Endes und alle rannten mit knurrendem Magen dem Ausgang entgegen. Wir haben uns mit einer Gruppe aus rund 25 Leuten zu Pizza Express begeben und dem dortigen Personal erstmal einen mittelschweren Schock und das Geschäft des Tages beschert.

Somit lässt sich dem Besuch im Pizza Express und anschließend im Regent´s Park noch das meiste abgewinnen (auch, wenn sich bei letzterem definitiv das Fazit ziehen lässt: Popis werden ziemlich kalt, wenn man 2 Stunden auf dem Rasen hockt).

Meow,
Angelina und Luise

Dienstag, 2. September 2014

Dealing with two sets of twins (L.)

Luise hier. Wie ich ja schon erwähnte bin ich in eine Familie mit vier Kindern (an sich nichts Neues) gekommen, aber zwei Paar Zwillinge haben es wirklich in sich.

Kurze Erklärung und Charakteristika:
Die beiden Älteren sind zwölf Jahre alt. Ein Mädchen (E.) und ein Junge (D.). Ich bin der Meinung, besonders E. ist in der Vorpubertät. Nichtsdestotrotz ist sie ein cooles Mädchen, was verdammt gut Hockey spielt, wie ich bei einem gemeinsamen Match erfahren musste (an dieser Stelle ein Dank von meinem malträtierten Schienbein). Sie hasst es zu verlieren und ist bei Mannschaftssportarten ziemlich ehrgeizig, was unsere Base bis dato ist (ändert sich noch). Mit D.  habe ich manchmal etwas Mitleid, da er der einzige Junge hier ist (Glück für ihn und mich, dass wir beide Fußball lieben und spielen). Hinzu kommt, dass seine gleich alte Schwester gut einen Kopf größer ist, was ihm überhaupt nicht passt. Unsere Base: Der Humor.

Die beiden Jüngeren sind zwei zucksüße und gleichzeitig auch echt coole Mädels (F. und M.) von (bald) 10 Jahren, wie sie immer wieder betonen. F. spielt Klavier, so dass wir sofort eine Base hatten und ich schon jetzt zu ihrer Ersatzklavierlehrerin mutiert bin. Sie ist ein bisschen die Quasselstrippe der Familie und ihr ist es ziemlich egal, ob ich auch alles verstehe, was sie so erzählt. M. ist die Ruhige und meiner Meinung nach das richtige Mädchen der Familie (was nicht heißt, dass sie ne Prinzessin oder Zicke ist). Sie liebt es in ihrem Zimmer zu sitzen und zu lesen (unsere Base).Und sie ist verrückt nach billigen Zaubertaschen- und Kartentricks, was ich ihr aber natürlich niemals sagen würde.

Soweit so gut... mir fiel sofort auf, dass es wirklich stimmt, dass Zwillinge diese besondere Verbindung  haben von der immer geredet wird (E. und D. bestreiten dies aber vehement... Zitat E:"I have talent, and D. can´t anything"). Beim Spielen von UNO wird sich immer gegenseitig geholfen, aber nur dem dazugehörigen Zwilling! Selbiges beim Fußball spielen: Beide Zwillingspaare mögen es überhaupt nicht gegeneinander zu spielen... Doof, so ist es immer die gleiche Teamkonstellation (E. und D. gegen F. ,M. und mich). Oder eine Situation heute: F. , M. und ich schauen Tv, aber man konnte nichts verstehen, weil der Wind durchs offene Fenster pfiff. Beide Zwillinge setzten sich (ohne Absprache!!!) in Bewegung. Eine schloss das Fenster, die andere machte den Fernseher lauter und ich mit offenen Mund da, was bei den beiden dann für Erheiterung sorgte.
Tja und dann war gestern ein richtiger Streittag zwischen E. und F. ... wegen jeder Kleinigkeit, egal ob beim Cricket, beim Fußball oder bei UNO... es endete immer damit, dass E. wütend in ihr Zimmer stapfte und F. heulend an meiner Schulter hing. Das ganze Theater wirklich nur wegen Kleinigkeiten. Leichte Überforderung meinerseits, aber M. (hier wieder: die Verbindung!) und ich gaben unser Bestes F. wieder zu beruhigen und meine Hostmum meinte, dass solche Situationen wohl ganz normal wären (wurde mir von F. auch sofort bestätigt): "They have some days that are both in a bad mood. It always ends in "little" catastrophys".

Naja, mal sehen was das noch so gibt mit den vier Dutchmonkeys (hab ich von meiner Hostmum geklaut den Ausdruck)... aber ich habe sie jetzt schon alle liebgewonnen und finde sie extrem cool, auch wenn sie mir vor allem beim Spielen draußen etwas zu viel Energie haben.

Latest News: Ich habe meinen Banktermin überlebt und es geschafft ein Konto zu eröffnen! Meine Banklady Emma kennt zwar jetzt meine ganze Lebensgeschichte (keine Ahnung, warum die das hier so genau wissen wollen), aber sie war auch wirklich nett und tat alles dafür, dass ich sie auch wirklich vollkommen verstehen konnte. Tschaka! Auch habe ich meine erste Reise mit meiner Oystercard geschafft und bin im Doppeldecker Bus rumgedüst.

Meow, Luise xxxx (4xfor4kids)

P.S.: Ebenfalls arbeite ich noch weiter an dem Ausruf "Fish!". Noch kommt mir immer das falsche Wort über die Lippen.


Montag, 1. September 2014

Driving on the wrong side... (A.)

Ich bins wieder. Muss meine heutigen Erfahrungen teilen. Ich bin nämlich Auto gefahren. Ging ganz entspannt los. Als seelischen Beistand hatte ich einen der Opas dabei, der früher Fahrlehrer war, was mich wirklich beruhigte. Ich also total tapfer in den Polo gestiegen und los ging's. Einmal hab ich ausversehen den Bordstein mitgenommen, aber was soll man machen, ich kann mich ja nicht immer drauf konzentrieren auf der linken Seite zu fahren UND mit links zu schalten. Apropos links schalten. Ewww. Das is total komisch. Aber nach dreimal um den Block fahren hab ich mich langsam dran gewöhnt.
Zwei Stunden später durfte ich meinen Gastvater zur Werkstatt verfolgen, was sich als Abenteuer herausstellte, da die Straßen sowas von eng waren..und ich allein im Auto..yay.
Irgendwie haben wir's aber doch wieder heil nach Hause geschafft. Ich wusste nicht, dass Autofahren einen so schaffen kann. Zum Glück muss ich eigentlich nur eine Strecke fahren.

Ein weiteres tolles Erlebnis meines Tages war das Betätigen meines Fernsehers. Ich habe Fernseher und Receiver angeschaltet aber da wars dann auch schon vorbei..niiichts ging. Nach einer Viertelstunde hab ich dann aufgegeben und mir nach guter englischer Manier einen Tee gegönnt.
Cheers

Meow, Angelina xx

Sonntag, 31. August 2014

Welcome to Tonbridge (A.)

Heeeeeeellooooo
Gestern um 14:00h (+ 15 min aufgrund mütterlicher Verspätung) ging's los Richtung Frankfurt. Ich war natürlich total entspannt und hab nicht bis zur letzten Minute Sachen von einem in den anderen Koffer gepackt (wie packt man bitte für ein ganzes Jahr sein Zeug in zwei Koffer?!).
Am Flughafen angekommen ging es für Luise und mich mit der gesamten Familie auf Richtung Gepäckabgabe. Den Check-in hatten wir schon am Tag vorher gemacht (jep hat geklappt, wir sind nämlich einfach brilliant) ;)). Nach einem kleinen Plausch mit der Dame, der das Gepäck übergeben wurde, gab's noch nen Kaffe und dann hieß es Sicherheitskontrolle. Ich habe drei Kisten gefüllt und musste nach dem Piepsding eeeewig warten. Langweilig wurde mir allerdings nicht, da ein junger Angestellter mich anquasselte.
Typ: "Sprechen Sie deutsch?"
Ich: "Ja."
Typ: "Landsfrau."
Ich: "Deutsch?!"
Typ: "Sie sehen aber russisch aus."
Ich: "Ok, ich bin aber deutsch."
Typ: " Wirklich?"
Ich: "Ja."
Typ: "Aber schon Süddeutschland?"
Ich: "Ja."
Zu meiner Erlösung kam dann die letzte Kiste angefahren und ich konnte zack zack abhauen (macht man als Russin so).
Jetzt stand warten an, da unser Flugzeug noch gereinigt werden musste. Mit fast einstündiger Verspätung ging's dann ab Richtung Insel. Toll wie wir sind, haben Lulu und ich wahrscheinlich das ganze Flugzeug unterhalten. Sorry an das Mädchen, das neben uns sitzen musste.
In Heahthrow gelandet mussten wir dann erstmal durch den halben Flughafen laufen, um unsere Koffer holen zu können. Diese kamen so schnell, dass wir uns rabiat durch alle Leute die ganz lieb in der ersten Reihe standen und gaaaanz viel Platz ließen boxen. Ich glaub ich hab jemandem meinen Koffer ans Bein gehauen, uuuups.
Bepackt mit unseren Koffern bewegten wir uns Richtung Familie, die wir dann auch gleich sahen. Ich wurde gleich mit fetter Umarmung begrüßt (das macht hier irgendwie jeder, in England gibt man sich wohl nicht die Hand zur Begrüßung). Nach einem kleinen Gespräch unserer Gastmütter trennten sich dann Lulus und meine Wege.
Im Auto meiner Gastfamilie angekommen ging's auch schon los Richtung neuer Heimat. Halleluja, die fahren auf der falschen Seite und die Ausfahrten/Auffahrten bei den Autobahnen bringen mich schon als einfache Mitfahrerin um. Dass die wissen wohin sie da fahren müssen und dass es da nicht 100.000 Unfälle gibt, erscheint mir wie ein Wunder.
Um mich gleich ein bisschen in die Umgebung einzuführen, wurden mir die Schulen, die für mich nicht wie welche aussehen, der beiden Mädels gezeigt.
Zuhause angekommen bekam ich gleich eine Hausführung und bin bei der Größe meines Zimmers erschrocken. Es ist etwas klein, aber richtig gemütlich :)


 Gleich nach der Hausführung gab es Abendessen und danach war XFactor tiiiimeeeee *-*
Ausgepackt hab ich nix, weil faul. Um halb zwölf bin ich dann ins Bett, nachdem ich an der Klospülung verzweifelt bin (Google hat auch nicht gesagt wie das geht). Ich hab aber mittlerweile den Dreh raus also don't worry. Um 2 Uhr nachts bin ich aufgewacht, da es in meinem Zimmer ziemlich stickig war. Ich hab mir dann gedacht, ok mach ich halt easy peasy das Fenster auf. Nix da. Hab 10 Minuten gebraucht um das Ding aufzukriegen. Konnte dann aber mit frischer Luft weiterschlafen.
Als ich heute Morgen ins Wohnzimmer kam saßen die beiden Mädels schon vorm Fernseher und haben Hannah Montana geschaut. Gaaaanz toller Film. Nach einer Stunde kamen dann die Eltern und wir haben gefrühstückt. Danach wurde ich durch Tonbridge geführt und wooooow hier ist es echt richtig schön. Hier gibt es einen Park mit 'nem richtig coolen Spielplatz. Die haben da vielleicht coole Sachen...da wird mein Kind-Ich echt neidisch.
Nach dem Spaziergang gab es Mittagessen, bestehend aus meinem Gastgeschenk (deutsche Würstchen und Brot). Parallel dazu hielten wir eine Deutschstunde ab. Wir können jetzt alle "Ich bin 51 Jahre alt" sagen.
Nach dem Essen ging's dann los in Richtung Oma. Davor mussten wir also noch etwas abholen. Adresse ins Navi und ab die Post. "Whe'll be there soon." Nicht. Wir sind irgendwo ewig durch den Wald gefahren und ich glaube keiner wusste, wo wir waren. Mein Gastvater ist dann auch noch auf dieser engen, kurvigen Straße gerast (jedenfalls für meinen Geschmack zu schnell) wie ein Verrückter. Ich hab nur gehofft, dass wir keinen Gegenverkehr haben. Plötzlich bäm nach ner Kurve stehen zwei Autos und ein Mann mit 'nem gesattelten Pferd an der Leine. Das Pferd hat er gefunden. Keiner weiß wohin es gehört. Nicht unser Pferd, nicht uner Problem. Deshalb sind wir weiter gefahren. Nach diesem Zwischenfall kamen wir in einen kleinen Ort, in dem wir vor unserer Waldfahrt schon einmal waren. Wir sind also im Kreis gefahren...5 Miuten später haben wir es dann doch zu unserem Zwischenstopp geschafft. Danach konnten wir endlich auf schnellstem Wege zur Oma fahren. Dort angekommen wurde ich von ihr, ihrer Tochter und deren Familie mit Umarmung begrüßt. Die beiden Familienväter mussten noch Möbel rumtragen ("We have to do the furniture"), was hieß, dass alle bis auf Oma einen Spaziergang machten. Mit Hund (der übrigens unter die Kategorie "Wat isn das" fällt) und Kindern im Schlepptau ging's dann zum Spielplatz.
Vom Spielen ausgehungert pilgerten wir dann wieder zurück, um zu Abend zu essen (UM FÜNF :O). Das Essen war aber richtig lecker *-* Danach wurden noch eine Runde "Articulate" gespielt. Hab mich gefreut wie Bolle, da ich ja auch locker flockig ein Spiel spielen kann, bei dem man englische Wörter o.ä. beschreiben muss. Meeeeh
"Stuffed" oder "FTB" (full to burst) machten wir uns dann auf den Rückweg ("Let's take the show on the road."). Daheim angekommen packte ich dann meine Koffer aus, während die Mädels geduscht wurden. Um acht war dann wieder XFactor timeee *-*
Jetzt chill ich in meinem gemütlichen Bett und bin gespannt auf morgen, da muss ich nämlich Auto fahren :OOO wish me luck

Meow, Angelina xx

P.S.: Wir müssen uns mal für nen Blogpost treffen Luisihasi :D

Ankunft... (L.)

So, zum ersten Mal alleine am Blog schreiben. Seltsames Gefühl, aber machen wir´s Beste draus.

Gestern gings dann endlich los (von zuhause natürlich mit 10 min Verspätung in Richtung Frankfurt). Abflug 17 Uhr (ebenso hier mit fast einstündiger Verspätung), Maschine LH916... und  ich war ja nicht  schon nervös genug, wegen meiner neuen Familie oder so, nein Luise ist auch zum ersten Mal in ihrem Leben in der Gegend rumgeflogen. Doch zunächst einmal: Noch nie habe ich an einem Tag sooft meinen Personalausweis ein- und ausgepackt um es den Leuten am Flughafen auch ja recht zu machen und ihnen dieses dumme Ding unter die Nase zu halten (klar, ich schlepp ne Bombe ein, wie man Vater noch so schön bemerkte). Selbstverständlich hab ich auch keinen Stress kurz vor dem Start geschoben (wer hier die Ironie nicht erkennt ist auf diesem Blog falsch, sorry). Naja, irgendwann waren wir dann doch in der Luft und es war soweit in Ordnung. Klein Luise musste natürlich erstmal ihre Umgebung in Form von Tisch hoch- und runterklappen, Sitzverstellen, Inspizieren des Fensters und so weiter erkunden (an dieser Stelle: Sorry Angi, dass ich mal wieder peinlich war). Der Snack war naja, sagen wir essbar (Hähnchen-Feta Sandwich). Enttäuscht war ich vor allem von den Getränken... ich voll am Durst schieben hätte am liebsten fünf von diesen Pupsbechern mit Cola abgedrückt.

Über den Wolken.... (am liebsten wäre ich dort reingesprungen. Sah so weich aus.)

Der Flug war irgendwie viel zu schnell vorbei.... Tja, und dann wurde mir kurz vor Ausstieg erstmal richtig schlecht, so hab ich erstmal ne Kotztüte von Lufthansa mitgehen lassen für den Fall der Fälle. Ist jetzt aber mein Andenken (unbenutzt natürlich!!!).
Das Einsammeln des Gepäcks stellte sich dann noch als eine sportliche Herausforderung dar, da nämlich dieses schnurstracks an mir vorbeifuhr und ich erstmal einen kleinen Sprint einlegen durfte um es vom Band zu hieven.

Und dann der Moment. Wird meine Family auch wirklich da sein? Sie waren da! Meine vier Kinder (two sets of twins von 12 und 10 Jahren) hingen hinter der Absperrung, gut zu erkennen an ihrem blonden Haar, und grinsten mich an. Kurze Verabschiedung von Angelina und auf meine neue Familie zu... und erstmal Erleichterung: Alle sprachen so, dass ich sie verstand! Nach kurzem Austausch zwischen Angis und meiner neuen Mum, die das offensichtlich super fanden, dass wir zusammen kamen ging es dann zum Auto.
 Dann der erste Schock: Ich sollte vorne sitzen. Heißt: In Deutschland eigentlich die Fahrerseite, hier in UK die Beifahrerseite. Aber erstaunlicherweise fühlte es sich nicht so seltsam an wie gedacht, zugegeben: Anderes war in dem Moment auch wichtiger, denn von hinten kam ständig neue Fragen die beantwortet werden wollten.

Dann stand ich vor meinem neuen Zuhause... Dezent britisch das Haus, ebenso wie der Rest von Twickenham, den ich bis dato aus dem Auto gesehen hatte.


Coole Straßenschilder, was?

Schnell ging es rein und genauso schnell wieder raus. Nein, ich wurde nicht gleich nach fünf Minuten rausgeworfen! Aber, nach einer nicht beendeten Hausführung wollten die Kids lieber mit mir Fußball spielen ("Only five minutes!" ... Ja, die verschiedenen Zeiteinheiten lernen wir noch).
Nach einer Viertelstunde ging es dann rein zum Essen. Mein neuer Papi hatte gekocht: Reis (zu meinem großen Vergügen) mit Curry, von dem er stolz behauptete es wäre das britischste Essen überhaupt. Ich bin zwar anderer Meinung, aber das ließ ich am ersten Abend mal so stehen.
Und nach dem Essen? Natürlich noch ne Runde kicken! Also, wenn das ein Jahr lang so geht muss ich mir um meine noch nicht vorhandene Kondition keine Sorgen machen.
Später hab ich dann noch ein bisschen Christkind gespielt und bin meine Gastgeschenke losgeworden.
 Ja.. und nun zu meinem Zimmer. Richtig cool unterm Dach, sehr gemütlich UND (jetzt kommt´s) eigenem Badezimmer! Luxus pur, wie ich heute morgen gleich bemerkt habe. Bisher gibt es nur ein Manko: Wie zum toten Geier macht man hier bitte die Fenster auf?!? Die spinnen irgendwie manchmal schon nen bisschen die Briten...der Satz wird sicher auch noch einige Male erwähnt werden. Ich hoffe in den nächsten Tagen werde ich auf des Rätsels Lösung stoßen (wie kommt denn das, wenn ich frag wie man hier die Fenster öffnet?). Gestern allerdings war ich dann sogar noch so fleißig und habe mich weitgehend schon eingerichtet, vor einem einstündigen Skypegespräch mit Angi (warum schaffen wir´s nie mal unter ner halben Stunde zu bleiben?).

Meine erste Nacht war gut, aber kurz. Um 6 Uhr war an Schlaf nicht mehr zu denken, aber egal. Irgendwann gab es Frühstück. Ich kam runter und die drei Mädels saßen schon am Tisch und hatten ganz lieb auch einen Teller für mich hingestellt. Dann ging das Gerangel los, wer mir denn jetzt einen Kaffee machen darf (ich hab dann einfach das Zepter an mich gerissen, frei nach dem Motto: Selbst ist das Au-Pair!). Da hier alle Mädels auch eine meiner favorisierten Bands mögen, gab´s zum Frühstück erstmal eine kleine Gesangseinlage (vermutlich kamen deswegen auch die Eltern dann runter) eines Songs dieser Band. Danach zeigten mir die beiden jüngeren Mädels erstmal das Wichtigste von Twickenham. Richtig schön hier!!! (muss ich immer wieder hervorheben) Die beiden quatschten  mich zwar die ganze Zeit zu, aber aufgrund des Verkehrs auf der größten Straße hier im Ortsteil verstand ich mit Glück vielleicht so ca. die Hälfte (das stört aber, egal in welcher Situation, hier niemanden, quasseln geht immer so lange ich "Yes"; "Really?!" oder Sachen wie "Wow, amazing!" ablasse).
Und wieder gab es nach der Erkundungstour ein kleines Workout in Form eines Hockeymatchs (zuviel Energie diese Kids!). Auch meine Lehrerskills wurden heute bei einer kleinen Piano Lesson für eines der Mädchen gleichmal unter Beweis gestellt, von denen vor allem meine neuen Parents angetan sind. Im weiteren Verlauf des Tages kam ich um eine Runde Fußball (wer hätte das gedacht?) nicht drumrum, aber dem Dackelblick des einzigen Jungen hier kann sicher keiner widerstehen (nicht zu vergessen die verwuschelten Haare). Tja, jetzt hab ich an meinem ersten Tag gleich mal nen Muskelkater... Die Ansage "We do this every evening!" bestätigt meine oben genannte Theorie nur, dass ich mit mehr Kondition als je zuvor zurück kommen werde. Da, wie mir erklärt wurde, an Sonntagen Dad oft zu faul ist zum Kochen (Mum kann´s nicht und tut es deswegen auch nicht, wenn nicht nötig) gingen wir erstmal essen. Pizza ahoi! Ja, sogar hier in England haben die sowas. Mein Gastgeschenk, UNO, wurde zum Zeitvertreib mitgenommen. Und ich wäre nicht Luise, würde ich nicht doch am ersten Tag in ein Fettnäpfchen treten... Wir spielen so und ich leg eine Karte, die einem der Kinder so zum Sieg verhalf und was kommt aus meinem Mund? Ein sauberes und beherztes "SHIT". Dumm, dass in dem Moment der Kellner daneben stand und auch sonst alles ruhig war. Meine Gasteltern nahmens gelassen und mein Wuschelkopfboy empfahl mir stattdessen lieber "Fish!" zu sagen (das tut angeblich jeder...).

Alles in allem aber, ein super gelungener Start in mein "neues" Leben! Ich habe wirklich die absolut richtige Familie für mich gefunden (bzw. die Agentur) und fühle mich superwohl, auch wenn ich jetzt wirklich müde bin, was aber vollkommen normal sei, wie mir meine Gastmutter versicherte. Klaro, meine verbal skills sind noch klar ausbaufähig, aber ich habe ja ein Jahr Zeit um daran zu arbeiten und vier kleine Helferlein, die mich mit Vorliebe verbessern (ich will nicht wissen, wer bei dem letzten Teil des Satzes gerade fett grinsen musste).

Meow, Luise

P.S: Ang, alleine macht das wirklich nur halb so viel Spaß




Donnerstag, 28. August 2014

Schwänke aus unserem Leben

Wir chillen mal wieder. Location: Starbucks. Ab 20h: Kino.
L: „Ich bin fertig mit packen.“
A: „Ich niiicht!“
(Man sieht mal wieder unseren grenzenlosen Einfallsreichtum zum Schreiben eines Blogs anhand dieser Konversation.)

Man sollte meinen, dass wir voller Vorfreude sind, was zum größten Teil auch der Wahrheit entspricht, aber irgendwie haben wir auch die Hosen voll (poo in our pants höhö). Dies könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass eine eigentlich ganz normale WhatsApp Konversation über Kindererziehung in eine mittelschwere Krise ausartet und wir uns (um auf die Metapher oben anzuspielen) gegenseitig ankacken.

Wider Erwarten war die letzte Woche doch recht chillig und das Packen war doch relativ schnell erledigt. Auch kamen keine Kommentare diesbezüglich, zumindest bei Luise. Bei Angelina hingegen gab es folgendes zu hören: „WAAAAAAAS?! DAS willst du mitnehmen?!?!“ (Ja, Mama ein Ohrringbaum ist durchaus nötig, um dem Verheddern langer Ohrringe vorzubeugen).

Die Eroberung des neu gewonnen Terrains (unsere Zimmer) wird jetzt schon der neue Familiensport. („Woah Luise, dein Bett ist voll bequem!“; „Ich pass auf deinen Fernseher auf, nicht dass der noch einstaubt!“).

Genauso ein großer Fail wie unsere konsequente Vorbereitung, wird vermutlich auch unser Online-Check-In. Ja,wir wollen das online machen, weil wir es am Samstag hundertpro schaffen werden zu spät zum Flughafen loszufahren (dies lässt sich allerdings durch unsere Familien begründen. „Ey, wir haben doch noch vooooll viel Zeit. Mach mal keinen Stress.“). Bei unserem großen Talent allerdings, wird dieser Online-Check-In vermutlich kein glanzvolles Ende finden. Dat heißt: Anstehen am Flughafen läuft (wie immer bei uns).


Dies war unser letzter Post aus der Heimat. Man liest sich auf der Insel wieder dudes.

Meow, Angelina und Luise